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By Tanja Kioschis

Interview mit Michi – Ob wir wirklich zur Schule gehen sollten?

Unser Bildungssystem in Deutschland… Eigentlich stehen wir im Verrgleich zu anderen Ländern sehr gut und werden kaum kritisiert. In diesem Podcast unterhalte ich mich mit einem jungen Menschen, der von diesem Bildungssystem aktuell betroffen ist, wie er das Ganze empfindet.

Michael (lieber Michi genannt) ist 18 Jahre alt und ist momentan in der 12. Klasse. Er hat schon ziemlich früh in seinem Leben gemerkt, dass dieser traditionelle Weg mit Schule, Studium, Ausbildung, irgendeinen Beruf nicht für ihn ist. Schon in der 7. Klasse hatte er gesehen, dass er sein ganzes Leben lang für den Traum eines anderen nicht arbeiten will. Er wollte nicht jeden Tag irgendetwas machen, worauf er eigentlich keine Lust hat, nur um ein bisschen über de Runden zu kommen. Denn es scheint so, dass die meisten Menschen eher leben, um zu arbeiten, statt arbeiten, um zu leben. Aus diesem Grund setzte er sich auch sehr früh mit diesem Thema auseinander, wie man ohne Schule erfolgreich in seinem Leben sein kann.

Was macht er neben der Schule? Na ja, eigentlich ist es genau umgekehrt, da er eher nebenbei zur Schule geht. Er ist sehr mit seinem Business beschäftigt und investiert täglich mindestens 4-5 Stunden darin. Er macht so einiges wie Social Media Marketing, Image- bzw. Musikvideos, sowie seine eigene Motivationsvideos, aber zurzeit konzentriert er sich auf E-Commerce, also den Verkauf von Produkten im Internet. Der Stellenwert, den die Schule für ihn hat, änderte sich bei ihm, als er mit 15 seine Filmproduktionsfirma gründete. Denn da hat er durch seinen ersten Film Gig gemerkt, dass er durch ettwas, was seine Leidenschaft ist, viel verdienen kann. Dabei hat ihn keiner gefragt, was er studiert/ gelernt hat oder wie alt er war. Es war möglich, Geld ohne Schule zu verdienen.

Obwohl ihn die Schule von da an weniger interessiert hat, ist er aber immer drangeblieben. Heute geht er auch lieber zur Schule, da er ja in seinem letzten Jahr ist und er auch viel Spaß mit seinen Freunden hat. Aber es ist ja nicht immer so… Das ist auch, was ihn aufregt, denn die Zeit, die er da mit dem Lernen von etwas, das er nicht brauchen wird, könnte er in seinem Business investieren und wäre auch viel weiter voran, als er das jetzt ist. Das schöne ist aber, dass ihn seine Schule zu einem gewissen Ausmaß unterstützt und ihn auch gehen lässt, weil sie wissen, dass er sich etwas Eigenes aufbaut und es auch funktioniert. Seine Eltern unterstützen ihn ebenfalls jetzt, was ja nicht viele Leute haben.

Wichtig ist anzumerken: Schule ist nicht im jeden Fall sinnlos. Es kommt darauf an, was für Ziele man hat. Wenn man in Bereichen wie Medizin, Jura, Psychologie etc. gehen will, dann braucht man die Schule unbedingt. Michi sagt aber, dass auch wenn man keinen richtigen Plan hat, ist es durchaus wichtig, sich um die Schule zu kümmern. Denn es ist möglich, dass man später doch etwas machen möchte, wo man die Schule dafür gebrauchen könnte. Aber wenn man weiß, was man will und dies kein abgeschlossenes Studium o.Ä. voraussetzt, dann ist die Schule nicht wichtig. Er macht das auch nur, um eine Absicherung zu haben.

Von all dem, was Michi gesagt hat, konnte man schon merken, dass irgendetwas in der Schule fehlt. Er meinte, in der Schule würden einerseits viel zu wenig die eigenen Stärken gefördert und andererseits zu wenig auf die ganzen Wege, die man hat, aufmerksam gemacht. Zudem sollten nicht alle Eins zu Eins das Gleiche machen, sondern mehr Auswahlmöglichkeiten für das haben, was man machen möchte. Also, es sollte viel individuellere Fächer in der Schule geben, wie z.B. Psychologie, Fotografie, Marketing etc. So wprde man mehr Möglichkeiten haben, um sich auszuprobieren und herauszufinden, wo die eigenen Stärken liegen. Manche Schulen fangen schon an, solche Fächer anzubieten, aber es gibt immer noch eine große Lücke zu schließen…

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